Telefonüberwachung heute: kein verräterisches Knacken mehr in der Leitung
14 12 2008Die Telefonüberwachung gehört nach wie vor zu den häufigsten Überwachungsmethoden. Ein Grund hierfür dürfte sicherlich sein, dass die Kommunikation mit einem nicht anwesenden Gesprächspartner nun mal in den meisten Fällen über das Telefon abgewickelt wird, was gleichzeitig aber eine fruchtbare Quelle darstellt, an der sich ein heimlicher Mithörer bedienen kann, wenn er die entsprechenden technischen Vorkehrungen getroffen hat. Man spricht in diesem Zusammenhang auch davon, die „Telefonleitung anzapfen“ und die heutige Technik macht es möglich, dass dies an einem analogen Anschluss genauso machbar ist wie bei ISDN oder bei einem Handy. Hier muss nur jeweils das richtige Abhörmittel gewählt werden, ob in der Form von Hardware oder als Softwareanwendung und der Telefonüberwachung steht dann nichts mehr im Wege. Dabei bekommen die Betroffenen in aller Regel nichts davon mit, dass sie abgehört werden, denn bei den modernen Telefonabhöranlagen ist kein verdächtiges Knacken in der Leitung oder sonstige Auffälligkeiten mehr zu vernehmen. Und wenn es sich nicht gerade darum handelt, dass die Telefonüberwachung seitens einer ermittelnden Behörde durchgeführt wurde, die anschließend die aufgezeichneten Gespräche zur Überführung eines Verdächtigen verwendet, so dürfte eine solche Aktion für den abgehörten Telefonteilnehmer wohl bis zum Schluss unerkannt geblieben sein. Der heimliche Mithörer mag irgendwann seine Abhöraktivitäten eingestellt haben, wenn er an den Punkt gelangt ist, wo er meint, all die Informationen, die für ihn relevant sind, erhalten zu haben. Hierbei kann es darum gegangen sein, beispielsweise die Loyalität des Geschäftspartners zu überprüfen oder die in Zweifel geratene Treue der Ehefrau. Mitunter bedienen sich aber auch Wirtschaftskriminelle der Telefonüberwachung, um sich heimlich wichtige Betriebsinterna zu beschaffen.
Gisela Bsdok abisz2@gmx.net
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