Ritalin – Wachmacher
19 10 2010Ritalin, auch Methylphenidat genannt, ist ein Amphetamin, welches dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Die Verschreibung dieses Mittels unterliegt der Meldepflicht. Eingesetzt wird Ritalin vor allem bei Kindern mit Überaktivität (ADHS-Syndrom) und bei Erwachsenen mit zwanghaften Schlafanfällen. Obwohl der Bezug von diesem Mittel ohne ein passendes Rezept in Deutschland und in anderen Ländern illegal ist, wird Ritalin als Ersatzdroge von Jugendlichen des Öfteren verwendet. Der Wirkstoff von Ritalin hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin in den Präsynapsen und sorgt so für eine höhere Konzentration beider Stoffe. Ritalin kommt meistens in einer Pillenform vor. Die Pillen haben eine ähnliche Form und Größe wie Aspirintabletten. Auf den Tabletten befindet sich der Name des Herstellers, meistens sind die Pillen weiß, blassgrün oder blassgelb.
Inhaltsstoffe von Ritalin
Der Hauptbestandteil von Ritalin ist der Wirkstoff Methylphenidat. Neben diesem sind in Ritalin folgende Inhaltsstoffe enthalten: Laktose-Monohydrat, Magnesiumstearat, Talkum, Tricalciumphosphat, Weizenstärke und Gelatine.
Bekannte Szenennamen für Ritalin
Durch die Wirkung von Ritalin wird dieses Mittel vor allem bei Jugendlichen immer beliebter und zählt in vielen Kreisen als Kult- oder Ersatzdroge für Kokain. Mittlerweile existieren für Ritalin einige kreative Szenennamen. Zu den bekanntesten Namen zählen Kokain für Arme, Kiddy Coke, Ritas, Rids und Smarties. Laut Medienberichten soll Ritalin auch bei Studenten, die dem Leistungsdruck nicht gewachsen sind, immer beliebter werden.
Wie wird Ritalin konsumiert?
Ritalin kann je nach Form entweder oral oder nasal eingenommen werden. Das Mittel ist im Handel als pharmazeutische Tabletten erhältlich. Die Tabletten sollten entweder vor oder direkt zu den Mahlzeiten und am besten mit etwas Flüssigkeit eingenommen werden. Kommt es zu einer starken Appetitlosigkeit, so sollten die Tabletten erst eine Stunde nach der Mahlzeit eingenommen werden. Je nach Höhe der Dosis kann die Wirkung schon innerhalb einer Stunde eintreten. Die Häufigkeit der Einnahme hängt in der Regel von der individuellen Situation ab. Bei Kindern darf Ritalin erst ab einem Alter von 6 Jahren verabreicht werden. Die Dosierung von Ritalin muss auf alle Fälle individuell erfolgen, ein fachkundiger Arzt kann die individuelle Situation am besten einschätzen und eine Dosierungsempfehlung geben. In der Regel erfolgt die Dosierung wöchentlich in regelmäßigen Abständen. Anfangs wird das Medikament in einer Dosis von 2,5 bis 5 Milligramm täglich eingenommen, bis die Wirkung eintritt. Danach wird die Dosis langsam gesteigert. Bei Jugendlichen und größeren Kindern kann die Einnahme unter Umständen 3 bis 4 Mal pro Tag notwendig sein. Pro Kilogramm Körpergewicht sollte eine Dosis von 0,5 bis 1 Milligramm eingenommen werden. Die Höchstdosierung von 60 Milligramm sollte auf keinen Fall überschritten werden.
Seit 2006 gibt es in den USA eine weitere Einnahmeform von Ritalin, das transdermale Pflaster. Dieses wird vom Patienten täglich bis zu 9 Stunden lang getragen. Der Wirkstoff Methylphenidat wird in dieser Zeit über die Haut aufgenommen. Mit dieser Methode ist eine maximale Wirkungsdauer von bis zu 12 Stunden erreichbar.
Wirkung, Nachwirkungen und Gefahren bei der Einnahme von Ritalin
Die gewünschte Wirkung von Ritalin tritt nur bei einer regelmäßigen und korrekten Einnahme des Mittels ein. Ritalin wirkt euphorisierend und stimmungsaufhellend, dem Körper wird ein Gefühl höherer Energie vermittelt. Es steigert die Leistungsfähigkeit, erhöht den Wachheitsgrad und verbessert die Aufmerksamkeit. Mit Ritalin wird die Müdigkeit vertrieben, der Puls und der Blutdruck steigen an. Die Muskulatur erfährt eine stärkere Durchblutung, die Konzentration von Sauerstoff- und Glucose im Blut steigen an. Des Weiteren erweitern sich die Pupillen. In manchen Fällen können durch die Einnahme halluzinogene oder empathogene Effekte auftreten. Bei der Einnahme von Ritalin können unter Umständen auch einige Nebenwirkungen auftreten. Mögliche Folgen sind ein geringer Appetit, Magenbeschwerden und Schlaflosigkeit.
Bei niedrigen Dosen von 2,5 bis 20 Milligramm können zu verschiedenen Reaktionen des Körpers führen. Bekannte Reaktionen sind eine Angriffs-, Flucht und Schreckreaktion. Auch können sich die Geschicklichkeit und die Feinmotorik verschlechtern. In manchen Fällen können auch Müdigkeit, Ängstlichkeit und Weinerlichkeit auftreten, kann auch zu einem Gewichtsverlust, zu Durchfall und zu Verstopfung kommen. Wird Ritalin in einer normalen Dosis von 20 bis 50 Milligramm eingenommen, so werden der Appetit und die Müdigkeit noch mehr unterdrückt. Nachts kann es zu Schlafstörungen und zu starken Erregungszuständen kommen. Eine Überdosierung von 50 Milligramm oder mehr führt zu starken Nebenwirkungen. In schlimmen Fällen kann es sogar zu einer Atmungslähmung oder einem Kreislaufkollaps kommen. Wird das Mittel abrupt abgesetzt, so können auch Entzugssyndrome wie Depressionen oder Müdigkeit auftreten. Bei der Einnahme von Ritalin sollte auf Alkohol und Konsum von Drogen verzichtet werden. Dies kann zu sehr risikoreichen Wechselwirkungen führen.
Der Bezug von Ritalin
Um Ritalin in Deutschland legal kaufen zu können, ist eine Untersuchung bei einem Arzt notwendig. Falls dieser eine medizinische Notwendigkeit sieht, bekommt der Patient ein Rezept. Mit diesem kann Ritalin unter anderem in einer Apotheke gekauft werden. Da Ritalin in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, ist ein Kauf dieses Medikaments nicht nur illegal, sondern auch strafbar. Unter Umständen kann Ritalin auch über eine ausländische Apotheke über das Internet bestellt werden, dies ist nicht nur teuer, sondern auch illegal.
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